Ziehmesser, Schweifhobel, Stemmeisen, Fuchsschwanz und Drechselbank klingen wie eine kleine Bergkapelle, wenn sie richtig geführt werden. Geschärft auf Wassersteinen, abgezogen auf Leder, geölt gegen Rost, liegen sie schwer und warm in der Hand. Ihre Patina erzählt von Lehrjahren, kleinen Schnitzernasen, gelegentlichen Fehlstellen und der Geduld, die aus grobem Stamm etwas Alltägliches, Haltbares und Liebevolles formt.
Gefällt im Winter, gespalten entlang der Faser, gestapelt mit Abstandleisten und getrocknet unter freiem Himmel, wird Holz ruhig und verlässlich. Mondholz-Traditionen treffen auf sachliche Praxis, wenn Risse verhindert, Spannungen abgebaut und Dimensionen sorgfältig geplant werden. Erst dann folgen Hobelschritte, Zapfen, Dübel, Naturleime und ein letzter Schliff, der den späteren Begleiter für Küche, Stube, Rucksack oder Werkstatt würdevoll vorbereitet.